Mein Garten in Ebingen · 2. Oktober 2026
· 6 Bilder
Morgenzauber im Garten – wenn der Regen den Herbst schmückt
Kurz nach Sonnenaufgang: Regentropfen, Herbstfarben und ein paar Minuten Achtsamkeit im eigenen Garten.

Unterwegs mit der Kamera
Ein paar Minuten, die den Morgen bereichern
Heute Morgen, kurz nach Sonnenaufgang, genügte ein Blick in meinen Garten, um mich für einige Minuten ganz im Hier und Jetzt ankommen zu lassen. In der vergangenen Nacht hatte es geregnet. Nun hing das Wasser noch an Blättern, Blüten und Früchten – und gab der vertrauten Herbstpracht einen ganz besonderen Zauber.
Zuerst fielen mir die goldenen und orangefarbenen Blätter auf. Vor dem weichen Grün im Hintergrund leuchteten sie im Morgenlicht. Auf ihren Flächen lagen kleine Tropfen, und zwischen den feinen Blattadern zeigten sich die vielen Abstufungen der Farbe. Auch die dunklen Ränder und kleinen Löcher gehörten dazu. Gerade diese Spuren machten jedes Blatt unverwechselbar.
Ich schaute näher hin. Auf einem einzelnen goldbraunen Blatt hatte sich der Regen zu glänzenden Perlen gesammelt. Einige waren winzig, andere so groß, dass sich das Licht deutlich in ihnen spiegelte. Ein unscheinbares Blatt wurde plötzlich zu einem Motiv, bei dem ich gern länger verweilte.
Daneben hing ein Apfel am Zweig. Seine rotgelbe Schale war mit Wassertropfen bedeckt, und an seiner Unterseite hielt sich noch ein einzelner Tropfen. Ein kleiner Augenblick zwischen Bleiben und Fallen. Mit der Kamera konnte ich ihn festhalten, bevor er sich wieder veränderte.
Zwischen all den warmen Herbstfarben leuchtete eine violette Blüte. Auch auf ihren schmalen Blütenblättern saßen noch Tropfen von der Nacht. Während sich die Blätter ringsum bereits verfärbten, schenkte sie dem Garten ihren kräftigen Farbtupfer. Dieses Nebeneinander von Blühen, Reifen und Vergehen finde ich im Herbst besonders schön.
An der Ranke zog mich dann das Rot der Blätter an. Aus der Nähe wurde ihr feines Netz aus Blattadern sichtbar. Wenige Schritte weiter genügte schon ein zarter Trieb vor dem hellen Himmel, um ein ganz anderes Bild entstehen zu lassen. Der Hintergrund verschwamm zu sanften Farben und kleinen Lichtkreisen. Mein Garten war derselbe – nur mein Blick hatte sich verändert.
Es waren nur wenige Minuten. Ich musste dafür nirgendwohin fahren und nichts Besonderes suchen. Stehen bleiben, hinsehen und mir ein wenig Zeit lassen: Mehr brauchte es heute Morgen nicht, um so viele schöne Momente zu entdecken.
Für mich ist genau das die Freude an der Achtsamkeit. Sie macht die kleinen Dinge nicht größer, sondern lässt mich wahrnehmen, wie viel bereits in ihnen steckt. Der Regen der Nacht hatte seine Spuren hinterlassen. Und ich durfte daraus einen schönen Anfang für meinen Tag mitnehmen.
Die vollständige Bildserie
Mein Garten in Ebingen in Bildern
Alle Aufnahmen stammen von Thomas Peetz. Sie zeigen den Moment so ruhig und unverstellt, wie er ihm begegnet ist.
„Ich musste nichts Besonderes suchen. Ich musste mir nur Zeit zum Hinsehen nehmen.“
Weiter entdecken