Tierbegegnungen an der Lauchert

Zwischen Wiesenstille und Flügelschlag

Graureiher und Silberreiher hatten mich schon die ganze Woche neugierig gemacht. Heute zog es mich mit der Kamera an die Lauchert zwischen Bronnen und Mariaberg – und ein Mäusebussard machte das Erlebnis vollkommen.

Silberreiher mit angehobenen weißen Flügeln und langen Beinen im Flug über einer Wiese
Weiße Flügel über den Wiesen · Foto: Thomas Peetz

Unterwegs mit der Kamera

Mit Vorfreude losgezogen, mit Staunen zurückgekehrt

Schon die ganze Woche hatte ich sie gesehen: Graureiher und Silberreiher auf den Wiesen an der Lauchert. Jedes Mal blieb ein wenig Vorfreude zurück. Wie schön wäre es, einmal mit der Kamera hier zu sein und diese eleganten Vögel in Ruhe zu beobachten! Heute wollte ich mein Glück versuchen. Also ging es zwischen Bronnen und Mariaberg hinaus in die herbstliche Landschaft.

Und tatsächlich: Die Reiher waren da. Auf einer Wiese stand ein Graureiher, aufrecht und aufmerksam, mit seinem langen Hals und dem grauen Gefieder, das sich beinahe unauffällig in die Farben des Grases einfügte. Rundherum war viel Platz. Gerade diese Weite gefällt mir an der Aufnahme: Der Vogel gehört in diese Landschaft, und das Bild lässt ihm seinen Raum.

Ganz anders wirkte der Reiher am Himmel. Gegen das kräftige Blau wurde er zur dunklen Silhouette. Die Flügel, der Schnabel und die nach hinten gestreckten Beine zeichneten sich klar ab, darunter schob sich eine helle Wolke ins Bild. Ein kurzer Augenblick, in dem die Form des Vogels die ganze Geschichte erzählt.

Besonders fasziniert haben mich die Silberreiher. Ihr weißes Gefieder leuchtete vor dem Grün der Wiesen und den dunklen Bäumen. Als sich die Flügel öffneten, fiel das Licht durch die Federn. Für einen Moment sahen sie aus wie ein heller Fächer. Die aufeinanderfolgenden Aufnahmen zeigen, wie sich dieser Flügelbogen verändert – eine kleine Bewegung, die auf den Bildern plötzlich in all ihren Einzelheiten sichtbar wird.

Dann wieder stand ein Silberreiher ganz ruhig im Gras. Der geschwungene Hals, der gelbe Schnabel und die langen dunklen Beine gaben ihm eine besondere Eleganz. Wenig später war da erneut Bewegung: weiße Schwingen über der Wiese, ein nach vorn gerichteter Blick, die Beine noch lang nach unten gestreckt. Genau solche Wechsel zwischen Ruhe und Flügelschlag machen das Beobachten für mich so spannend.

Doch bei den Reihern blieb es nicht. Auch ein Mäusebussard war zu sehen – eine wunderbare Überraschung, mit der meine kleine Fototour noch einmal eine neue Richtung bekam. Nun ging der Blick nach oben. Vor dem Himmel ließen sich die breiten Flügel und der gefächerte Schwanz erkennen. In der Kurve zeigte sich die Zeichnung seines Gefieders, auf einer anderen Aufnahme kam er mit weit ausgebreiteten Schwingen beinahe frontal ins Bild.

Ich war losgezogen, um die Vögel zu fotografieren, die mir in den vergangenen Tagen aufgefallen waren. Zurück nehme ich viel mehr mit als einzelne Aufnahmen: die Freude über das Wiedersehen mit den Reihern, das Staunen über die weißen Flügel im Licht und die unerwartete Begegnung mit dem Mäusebussard.

Es war ein ganz tolles Erlebnis. Diese Stunden an der Lauchert haben mir wieder gezeigt, wie viel es in der Nähe zu entdecken gibt, wenn ich mir Zeit nehme und bewusst hinschaue. Manches lässt sich planen – mit der Kamera zurückzukommen zum Beispiel. Was die Natur dann daraus macht, bleibt ihre schönste Überraschung.

„Ich wollte mein Glück mit der Kamera versuchen – und die Natur schenkte mir einen Tag voller Flügel.“