Kurzer Spaziergang · Jena-Lobeda · 3. September 2026

Was man am Rande der A4 alles entdecken kann

Direkt neben der stark befahrenen Autobahn liegt eine andere kleine Welt. Zwischen alten Mauern, Böschungen und Wegesrändern zeigen sich Pflanzen, Blüten und Schmetterlinge – wenn man langsamer geht und genauer hinschaut.

Schmaler Spazierweg zwischen alten Mauern und grünen Bäumen in Jena-Lobeda nahe der Autobahn A4
Ein Weg zwischen Alltag und Natur · Foto: Thomas Peetz

Unterwegs mit der Kamera

Augenblicke, die eine Geschichte erzählen

Manchmal muss ein Spaziergang gar nicht weit führen, um etwas zu entdecken. Ein kurzer Weg durch Jena-Lobeda, entlang der Autobahn A4, klingt zunächst vielleicht nicht unbedingt nach einem Ort für Naturfotografie. Autos und Lastwagen rauschen vorbei, der Verkehr ist immer wieder zu hören – und doch gibt es nur wenige Meter daneben eine ganz andere kleine Welt.

Schon an alten Mauern und Böschungen sucht sich die Natur ihren Platz. Pflanzen wachsen aus kleinsten Ritzen, ranken sich am Gestein entlang und zeigen, wie wenig es manchmal braucht, damit neues Leben entsteht.

Wer langsamer geht und genauer hinschaut, entdeckt zwischen all dem Grün kleine Blüten. Einige sind so unscheinbar, dass man vermutlich an ihnen vorbeigehen würde, wenn man nicht ganz bewusst nach Motiven sucht.

Und dann wird es plötzlich richtig bunt. Auf einem Schmetterlingsflieder sitzt ein Tagpfauenauge. Mit seinen markanten Augenflecken auf den Flügeln gehört es für mich zu den beeindruckendsten heimischen Schmetterlingen. Für ein paar Augenblicke bleibt es sitzen – gerade lange genug für die Kamera.

Ein Stück weiter wartet schon der nächste kleine Besucher: Ein heller Weißling sitzt zwischen violetten Blüten. Wieder so ein Motiv, das man aus einigen Metern Entfernung kaum wahrnehmen würde.

Auch die Pflanzen selbst verdienen einen zweiten Blick. Violette Blütenköpfe, filigrane helle Blütenstände und das kräftige Gelb des Rainfarns sorgen dafür, dass am Wegesrand immer wieder neue Farben auftauchen.

So wird aus einem eigentlich unspektakulären kurzen Spaziergang eine kleine Entdeckungsreise. Vielleicht ist genau das etwas, was ich an der Fotografie immer mehr schätze: Sie verändert den Blick.

Wo man früher vielleicht einfach weitergegangen wäre, bleibt man heute stehen. Man schaut genauer hin. Man entdeckt Licht, Farben, Strukturen – oder einen Schmetterling, der für einen kurzen Moment genau am richtigen Platz sitzt. Und plötzlich spielt es gar keine so große Rolle mehr, dass nur wenige Meter entfernt die Autos über die A4 rauschen.

Natur findet ihren Platz. Man muss sie nur sehen.