Herbst in den Fürstlichen Anlagen

Wo der Herbst Geschichten erzählt – unterwegs bei der Teufelsbrücke in Inzigkofen

Herbstfarben, schroffe Felsen und stille Spiegelungen auf der Donau: ein Fotoausflug zur Teufelsbrücke, zum Felsentor und zur Hängebrücke in Inzigkofen.

Gelbe Blätter rahmen den Bogen der Teufelsbrücke zwischen den Felsen
Die Teufelsbrücke im goldenen Rahmen · Foto: Thomas Peetz

Unterwegs mit der Kamera

Zwischen Felsentor, Herbstlaub und einer schwäbischen Sage

Manche Orte wirken, als hätten sie ihre eigenen Geschichten zwischen den Felsen versteckt. Heute führte mich mein Weg nach Inzigkofen, zur Teufelsbrücke und zum Felsentor. Mit der Kamera dabei und der Hoffnung auf einen schönen Herbsttag machte ich mich auf, diese besondere Landschaft zu entdecken. Und das Wetter spielte Gott sei Dank mit.

Schon die Wege durch den Wald waren einen genaueren Blick wert. Unter den hohen Bäumen lag ein Teppich aus braunen und goldgelben Blättern. Über mir mischte sich das letzte Grün mit den leuchtenden Farben des Herbstes. Dunkle Nadelbäume bildeten einen kräftigen Kontrast zu den hellen Laubkronen. Immer wieder blieb ich stehen, um ein Stück dieser Stimmung einzufangen.

Der Boden war stellenweise etwas rutschig. Mit den richtigen Schuhen und aufmerksamen Schritten ging es aber gut voran. Zwischen Wurzeln, feuchtem Laub und schmalen Stufen wurde das Gehen von selbst langsamer. So fiel mein Blick auch auf die kleinen Dinge: Moos auf rauem Stein, einzelne gelbe Blätter und kräftige Wurzeln, die sich über den Hang zogen.

Besonders eindrucksvoll waren die Wege direkt an den Felswänden. Holzstege schmiegen sich an den Stein, darüber ragen mächtige Überhänge auf. Zwischen den Baumstämmen öffnet sich immer wieder der Blick ins Helle. Hier bekommt das Wort „wildromantisch“ ein Gesicht: schroffer Fels, dichter Wald und mittendrin ein schmaler Weg, der neugierig auf die nächste Biegung macht.

Dann das Felsentor. Die raue Öffnung wirkte auf mich wie ein Rahmen für die Landschaft dahinter. Im Durchgang lag Schatten, am anderen Ende warteten Licht und herbstliche Blätter. Obwohl dieser Felstunnel künstlich geschaffen wurde, fügt er sich wunderbar in die Umgebung ein. Ein Motiv, bei dem ich mir Zeit nahm: für die Struktur des Steins, den Weg unter meinen Füßen und den Blick auf die andere Seite.

Zur Teufelsbrücke gehört natürlich auch ihre Sage. Der Baumeister soll sich zunächst geweigert haben, die schwierige Aufgabe zu übernehmen. Sein Ausspruch passt so herrlich ins Schwäbische:

„Soll d’r Daifel d’Brucka baua, i mach’s it!“ (Soll der Teufel die Brücke bauen, ich mache es nicht!)

Der Erzählung nach erschien daraufhin tatsächlich der Teufel. Als Lohn verlangte er die erste Seele, die über die fertige Brücke gehen würde. Doch der Baumeister wusste sich zu helfen: Er schickte einen Hund voraus und überlistete damit seinen unheimlichen Helfer. Eine Sage, die diesem ohnehin eindrucksvollen Ort noch eine besondere Note gibt.

Heute spannt sich die Brücke mit ihren auf- und absteigenden Stufen über die Schlucht. Zwischen Felsen und Baumkronen wirkt sie zugleich kühn und ganz selbstverständlich. Beim Blick auf diese Konstruktion kann man sich gut vorstellen, weshalb die Menschen sich Geschichten über ihren Bau erzählten.

Dazwischen gab die Landschaft den Blick auf die Donau frei. Unten zog sich das Wasser zwischen den herbstlichen Ufern entlang. Bäume spiegelten sich darin, und auf der gegenüberliegenden Seite leuchteten helle Felsen aus dem Wald. Nach den engen Wegen am Stein war dieser offene Blick besonders schön.

Auch die Hängebrücke wurde zu einem reizvollen Fotomotiv. Ihre Seile und Geländer führten den Blick geradewegs hinüber zum anderen Ufer, mitten hinein in die Herbstfarben. Von der Seite betrachtet schien ihr schmaler Steg beinahe über dem Wasser zu schweben. Ein ganz anderer Eindruck als bei der Teufelsbrücke – und doch gehören beide zu den Bildern, die mir von dieser Tour bleiben werden.

Vom Wasser aus zeigte sich die Teufelsbrücke noch einmal aus einer anderen Perspektive. Hoch oben spannte sich ihr Bogen zwischen den Felsen. Darunter lagen die dunklen Spiegelungen der Donau, daneben leuchtete ein Baum in warmem Gelb. Erst aus dieser Entfernung wurde für mich richtig sichtbar, wie eindrucksvoll sich die Brücke in die Felslandschaft einfügt.

Besonders mochte ich den Blick durch die gelben Blätter hindurch. Sie legten sich wie ein natürlicher Rahmen um den Brückenbogen. Ein paar Schritte weiter, ein anderer Ausschnitt – und schon bekam dasselbe Bauwerk eine neue Wirkung. Mal stand die ganze Landschaft im Mittelpunkt, mal die geschwungene Linie der Brücke.

Doch auch ein einzelnes Blatt war es wert, stehen zu bleiben. Die feinen Adern, die dunklen Sprenkel und das warme Gelb erzählten auf ihre Weise vom fortgeschrittenen Herbst. Zwischen den großen Felswänden und weiten Blicken waren diese kleinen Motive eine schöne Ergänzung. Auf den moosgesäumten Pfaden ging es schließlich weiter, unter Zweigen hindurch und über einen Boden voller Blätter.

So wurde aus meinem Ausflug ein Nachmittag voller Entdeckungen. Ich konnte noch einmal die Farbenpracht des Herbstes genießen, zwischen Felsen und Bäumen unterwegs sein und mit der Kamera festhalten, was mich zum Staunen brachte.

Den Teufel habe ich dabei nicht getroffen. Aber einen Ort, an den ich mich mit Freude erinnern werde – und einen Herbst, der selbst auf feuchten Wegen noch wunderschöne Geschichten erzählt.

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„Den Teufel habe ich nicht getroffen – aber einen Herbst, der selbst auf feuchten Wegen wunderschöne Geschichten erzählt.“