Digelfeld · Runder Burren · 22. September 2026

Wo der Blick weit wird – ein Nachmittag im Digelfeld

Weite Wiesen, lichte Baumgruppen und stille Plätze zum Verweilen: ein Spaziergang mit der Kamera durch das Digelfeld auf der Schwäbischen Alb.

Rustikale Holzbank mit weitem Blick über Wiesen und bewaldete Hügel
Ein Platz zum Durchatmen · Foto: Thomas Peetz

Unterwegs mit der Kamera

Zwischen Wacholderheide, Wiesengrün und Himmelsblau

Heute war ich im Naturschutzgebiet Digelfeld unterwegs. Mit der Kamera in der Hand und ohne Eile führte mich mein Weg durch diese offene Landschaft der Schwäbischen Alb. Schon nach wenigen Schritten wurde der Blick weit: grüne Wiesen, sanfte Hügel, verstreute Bäume und darüber ein Himmel, dessen Blau fast den ganzen Tag zu tragen schien.

Rund um den Runden Burren gibt es keinen einzelnen Ausschnitt, der alles erzählen könnte. Immer wieder lohnt es sich, stehen zu bleiben und sich ein wenig zu drehen. Mal liegen die Wiesen offen vor mir, mal rahmen Zweige den Blick. Zwischen den grünen Flächen zeigen sich hellere, trockene Partien der Heide. Es ist dieses Nebeneinander, das der Landschaft ihre besondere Ruhe gibt.

Ein großer Laubbaum steht neben einer Sitzgruppe am Weg. Seine Krone ist noch dicht und grün, an manchen Stellen bereits von gelblichen Tönen durchzogen. Der September ist spürbar, aber der Tag hat noch viel von der Helligkeit des Sommers. Hier könnte man sich einfach setzen und eine Weile gar nichts tun außer schauen.

Etwas weiter zieht sich ein heller Weg durch die Wiese. Neben ihm breitet eine Kiefer ihre Äste aus, als würde sie dem Vorübergehenden ein Stück Schatten anbieten. Der Weg führt den Blick hinein in die Heide – vorbei an einzelnen Bäumen, niedrigen Sträuchern und den sanften Wellen des Geländes. Es braucht keine große Dramatik, damit eine Landschaft berührt.

Besonders gefallen mir die Wechsel zwischen Sonne und Schatten. Auf einer Wiese liegt die dunkle Zeichnung einer Baumkrone, während dahinter alles im Licht steht. Ein paar Schritte verändern den ganzen Bildaufbau. Im Hochformat bekommt der Himmel mehr Raum; beim weiteren Blick über die Wiesen treten die Baumgruppen und Hügel in den Vordergrund.

Und dann sind da die Bänke. Eine steht im Blätterschatten, ihre Holzfläche von kleinen Lichtflecken übersät. Eine andere schaut hinaus über das offene Land. Schon ihr Anblick lädt zu einer Pause ein. Nicht weiter müssen, nicht gleich das nächste Motiv suchen – einfach diesen einen Ausblick auf sich wirken lassen.

Unter den Kiefernästen bekommt die Landschaft schließlich einen grünen Rahmen. Vorn liegt die Wiese im Schatten, dahinter öffnet sich wieder die helle Weite. Solche Übergänge mag ich an der Fotografie: Das Vertraute verändert sich, sobald ich den Standpunkt wechsle und genauer hinsehe.

Dieser Nachmittag im Digelfeld hat mir gutgetan. Ich nehme Bilder von Wegen, Bäumen und stillen Plätzen mit nach Hause – und die Erinnerung daran, wie schön es ist, dem Blick einmal Raum zu geben. Manchmal liegt das Besondere nicht in einem großen Ereignis, sondern in einer Bank, einem Baum und der Zeit, beides wirklich wahrzunehmen.

Manchmal braucht es nur einen stillen Platz und einen weiten Blick, damit der Tag leichter wird.